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Kunststiftung NRW

Junge Szene: Lena Willikens & Sarah Szczesny


 Foto: Lena Willikens und Sarah Szczesny, Chambers of Phantom Kino Ballett, NAK                  Foto: Lena Willikens und Sarah Szczesny, Chambers of Phantom Kino Ballett, NAK      



„Das Phantom Kino Ballett ist Soundfragment und Schwarzes Theater, Holly Woodlawns Nervenzusammenbrüche, Taros animierte Arpeggios, Mario Montez’ Mobile, Maria Callas’ Chiffre und Anna Oppermanns Wimpernschlag”, Lena Willikens & Sarah Szczesny.


Seit 2015 arbeiten Lena Willikens & Sarah Szczesny an ihrem audiovisuellen und prozesshaften Drama „Phantom Kino Ballett. Mit ihrer für den NAK Neuer Aachener Kunstverein konzipierten Ausstellung „Chambers of Phantom Kino Ballett” setzen Willikens & Szczesny die permanente Verwandlung ihres Projektes fort: Sie werden neue Rauminstallationen entwickeln, die während der Laufzeit als Kulisse für Performances und Dreharbeiten für neue Videoarbeiten dienen. Für diese Räume werden sie auf Arbeiten und Requisiten vorangegangener Performances und Ausstellungen zurückgreifen und diese über einen gestalterischen Prozess der Dekonstruktion und Rekontextualisierung neu in Szene setzen.

Der dialoghafte Charakter ihrer Szenarien resultiert aus einer collage-artigen Arbeitsweise an der Schnittstelle von Bildender Kunst, Performance, Film und Musik: Dance Music und Spoken Word, selbst produzierte und angeeignete Filmsequenzen, Interviewextrakte und popkulturelle Zitate... Im Rahmen von „Chambers of Phantom Kino Ballett” werden Lena Willikens & Sarah Szczesny erstmals ihren installativen Ansatz auch außerhalb der zu bespielenden Institution umsetzen. Mit einer Performance-Prozession durch den an den NAK angrenzenden Park, für die sie internationale Künstler*innen zu Subjekten des Phantom Kino Balletts machen, lösen sie ganz bewusst die klassischen Raumgrenzen des Kunstvereins auf und stimulieren so einen aktiven Austauschprozess mit der Umgebung.



Lena Willikens hat an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Rita McBride studiert. Sie arbeitet als DJ und Produzentin elektronischer Musik und veröffentlicht auf Labels wie Dekmantel, Cómeme und TAL. Sarah Szczesny hat an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Rosemarie Trockel studiert. Gemeinsam haben Lena Willikens & Sarah Szczesny in den letzten drei Jahren in internationalen Galerien, Museen und Clubs das Phantom Kino Ballett aufgeführt und auf dem New Yorker Label Commend / RVNG Intl. die Edition Phantom Kino Ballett auf Kassette und Schallplatte veröffentlicht sowie Ausstellungen in der Galerie pcp (Paris) und im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen (Düsseldorf) realisiert.


Text: NAK



Foto: Sarah Szczesny, Pastel Succubus, NAK



„I don’t need to be / Dominated, degraded or flagellated / I don’t need to be / Extorted, exhaulted or supported, / Complicated, contemplated, / Tolerated or liberated / But I do need to be / Penetrated, elevated and appreciated”, Annette Peacock, The Succubus


Der NAK zeigt mit „Pastel Succubus” die erste institutionelle Einzelausstellung von Sarah Szczesny in Deutschland, für welche die Künstlerin Malerei und Videoarbeiten realisieren und installativ in Szene setzen wird. Der Titel der Ausstellung bildet eine Referenz zu Szczesnys gleichnamiger Radiosendungsserie „Pastel Succubus”, die sie seit 2015 ausführt und die ihrerseits auf den Song „The Succubus” von Annette Peacock anspielt. Die Ausstellung ist geprägt von den Eindrücken eines längeren Japanaufenthaltes der Künstlerin. Im Herbst 2017 lebte und arbeitete Szczesny drei Monate lang in Kyoto und machte zahlreiche Recherchereisen durch das Land: So setzte sie sich beispielsweise mit dem Fantum des Takarazuka Revue Theaters auseinander und sammelte Platten der japanischen Popmusik der 1970er- und 1980er-Jahre von Musikerinnen wie Akiko Yano, Miharu Koshi und Taeko Onuki. Die gesammelten Eindrücke finden sich in Form von Bildzitaten und Referenzen in den für den NAK produzierten Arbeiten wieder.

Szczesny untersucht die Existenzbedingungen der Malerei, indem sie durch experimentelle Eingriffe die Mediumsgrenzen dehnt: Durch den Einsatz von Gif- und Loop-Techniken sowie durch Soundeffekte entsteht eine Multidimensionalität, die der Malerei Bewegungscharakter verleiht und sie so in der Tradition von Cartoons verortet. Im Prozess der Animation von Collagen vereint Szczesny formale Studien und popkultur- wie auch kunstgeschichtliche Zitate.

 

 

Sarah Szczesny (*1979 in Starnberg) hat an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Rosemarie Trockel studiert. Ihre künstlerische Arbeit ist gekennzeichnet von der Erforschung der materiellen Rhetorik von Malerei, die sie als erweiterbares Produktionsfeld versteht und die sie in einem steten Ablauf der Konstruktion und Dekonstruktion sowie in einer Abfolge von Übergängen und Aneignungen inszeniert. Die Künstlerin hatte Einzelausstellungen in der Galerie Cinzia Friedlaender (Berlin) und im MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies, Ludlow 38 (New York).


Text: NAK



Ausstellungsdauer:


Lena Willikens & Sarah Szczesny – Chambers of Phantom Kino Ballett

und

Sarah Szczesny – Pastel Succubus


30. August bis 20. Oktober 2019


NAK – Neuer Aachener Kunstverein

Passstraße 29

52070 Aachen



Beide Ausstellungen werden von der Kunststiftung NRW gefördert.